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Hohenheim Entrepreneurship Research Brief Nr. 3

Kreative Gründungsförderung - wo Startups die Politik in der Pflicht sehen

von Univ.-Prof. Dr. Andreas Kuckertz und Alicia Prochotta

Deutschland zählt im internationalen Vergleich zu den Volkswirtschaften, die auf eine bestens ausgebaute Förderinfrastruktur verweisen können. Dennoch verbleibt die Gründungsrate auf einem nicht akzeptablen, niedrigen Niveau. Wir befragen daher rund 200 Startup-Unternehmer aus Baden-Württemberg zu ihren Unterstützungserwartungen gegenüber der Politik. Insbesondere für politische Entscheidungsträger und öffentliche Fördereinrichtungen legen die Ergebnisse zwei Schlüsse nahe. Einerseits werden vielfach Förderangebote ge-fordert, die längst etabliert sind. Offenkundig haben etliche Programme ein Kommunikationsproblem und können sich im „Förderdschungel“ nicht bemerkbar machen. Andererseits liegt trotz der zahlreichen existierenden Angebote immer noch ein immenses Aufwärtspo-tenzial in der Etablierung kreativer, neuartiger Ansätze der Gründungsförderung. Hierzu machen wir entsprechende Vorschläge. 


Unternehmensgründer  setzen  sich  ihre  Ziele selbst. Dennoch benötigen sie Unterstützung, insbesondere, wenn sie als Startup-Unternehmer danach streben, innovative Lösungen für drängende Probleme marktfähig zu machen. Gerade ambitionierte  unternehmerische  Ziele sind  selten  alleine realisierbar, sondern benötigen vielmehr Rahmenbedingungen,  unter  denen  diese  überhaupt  umsetzbar sind. Hier kommt die öffentliche Gründungsförderung ins Spiel, die nicht nur danach streben sollte, Startup-Unternehmern  die  ersten  Schritte  zu  erleichtern, sondern die auch in der Verantwortung ist, späteres Wachstum zu ermöglichen. Internationale Vergleichsstudien  wie  der  Global  Entrepreneurship Monitor stellen Deutschland im Hinblick auf die Aktivitäten der öffentlichen Hand zur Förderung von mehr Unternehmertum seit Jahren  ein  verhältnismäßig gutes Zeugnis  aus. Gleichzeitig stehen wir vor dem Paradoxon, dass trotz oberflächlich optimaler Förderung die generelle Gründungsrate nur als niedrig bezeichnet werden kann. Auch zeichnet sich das deutsche Gründungsgeschehen durch ein ungünstiges  Verhältnis  von Gründungen  aus  der 

Not zu Chancengründungen aus. Gerade Hochpotenzialunternehmensgründungen,  die  von  Gründern vorangetrieben werden, die sich von ihrer Unternehmensvision Wandel, Innovation und Wachstum versprechen, finden sich viel zu selten. Wir befragen daher Startup-Unternehmer aus einer der  innovativsten  Regionen  Europas  nach  ihren Vorstellungen zu einer optimalen Gründungsförderung. Dies sind Startup-Unternehmer aus  Baden-Württemberg, die aufgrund ihrer Erfahrungen in der Etablierung  von  innovativen  Gründungsprojekten bestens  positioniert  sind,  um  Auskunft  über  die Herausforderungen des Gründungsprozesses und über mögliche Unterstützungsmaßnahmen der öffentlichen Hand geben zu können. 


Datenerhebung 

Der  Lehrstuhl  für  Unternehmensgründungen und Unternehmertum an der Universität Hohenheim betreibt seit  2016  ein  konstantes Monitoring  der  baden-württembergischen  Startup-Szene.  Durch  die Berücksichtigung  einer  Vielzahl  an  Quellen  (wie  bspw.  Elevator Pitch BaWüStartup GipfelStartupSpotVentureZphere) wird auf diese Weise eine  repräsentative  Annäherung  insbesondere  an  das innovative  und  technologieorientierte  Gründungsgeschehen  in  Baden-Württemberg  möglich.  810 Startup-Unternehmer wurden zu einer Onlinebefragung eingeladen, die gemeinsam mit IdeenwerkBW.de, dem Innovationsblog der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten, entwickelt wurde. Die Befragung wurde als Blitzumfrage in  der  Woche  vom 15.  Juli  2017 bis  einschließlich  21.  Juli  2017  durchgeführt  und  lieferte 193 verwertbare Antworten. Dies entspricht einer  vergleichsweise  hohen  Antwortrate  von 23,82  Prozent,  die  auf  ein  hohes Involvement und  ein  hohes  Interesse  der  Befragten  an  der Thematik schließen lässt. Da die Umfrage nicht auf dem Level der Startup-Unternehmen durchgeführt wurde, sondern auf der Individualebene der Gründer, sind Rückschlüsse auf die Unternehmensebene nur bedingt möglich.  Die  Ergebnisse  zeichnen nicht  nur  ein  aktuelles Stimmungsbild  unter  Startup-Unternehmern  aus dem Südwesten und stellen dem Startup-Standort Baden-Württemberg ein Zeugnis aus – sie können auch grundsätzlich dazu dienen, die Gründerförderungen  über  dieses  einzelne  Bundesland  hinaus zumindest in Teilen neu zu denken. Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Startup-Unternehmer stammt aus den Startup-Ökosystemen Stuttgart (36,8 Prozent)  und  Karlsruhe  (20,2  Pro-zent). Mit weitem Abstand folgen die Ökosysteme Neckar-Alb  und  Freiburg  (knapp  zehn  Prozent). Heilbronn,  Ostwürttemberg  oder  Bodensee  kom-men beispielsweise lediglich auf Anteile von weniger als fünf Prozent. Im Hinblick auf die unternehmerischen  Aktivitäten  der  Befragten  zeigt  sich, dass sich diese durchgängig in Branchen mit hohem  Innovationspotenzial  engagieren.  Unternehmer  aus  IT-  und  Software-Startups  stellen  30,6 Prozent  der  Umfrageteilnehmer  und  weitere  18,1 Prozent sind den Bereichen Hightech und Technologie zuzuordnen. Die andere Hälfte  der  Gründer ist in  einem breiten Branchenspektrum unterwegs – von  Dienstleistungen über Handel und Gesundheit bis hin zu Agrar / Ernährung sowie Computer-spiele / Medien. Dies kann als erster Hinweis darauf gewertet werden, dass eine rein auf wenige, hochprofilierte  Branchen  fixierte  Förderpolitik zwangsläufig zu kurz greifen wird – die von Start-ups geprägte Innovationslandschaft zeigt sich als äußerst vielfältig. Im Mittel sind die Startups der befragten Unternehmer vier Jahre alt und haben  elf  Mitarbeiter.  Darüber hinaus unterteilt sich die Startup-Szene in diejenigen,  die  sich  bereits etablieren  konnten,  und diejenigen, die  diesen  Schritt  noch zu  leisten  ha-ben. So bezeichnen sich 13,11 Prozent der Befragten als ehemalige Startup-Unternehmer („Wir waren ein Startup, aber jetzt sind wir darüber hinaus“). Die anderen 86,89 Prozent der  Befragten  verstehen sich hingegen noch eindeutig als Startup-Unternehmer („Ja, wir sind ein Startup“). Im Kern der Analyse der vorliegenden Studie stehen  die  Antworten der  Befragungsteilnehmer  auf die offene Frage, was die Landespolitik tun könne, um „Ihnen und Ihrem Unternehmen das Leben einfacher  zu  machen“.  Die  sich daraus  ergebenden überaus umfangreichen  und  diversen  Vorschläge wurden mithilfe einer Software zur qualitativen Datenanalyse  (MAXQDA)  systematisch  analysiert und kategorisiert. Abbildung 1 fasst die identifizierten zehn Themenbereiche zusammen und  macht deutlich,  wie  häufig  ein  bestimmtes  Problemfeld thematisiert  wurde.  Diese zehn  Themenbereiche werden nachstehend vorgestellt und mit teilweise sehr pointierten und drastischen Aussagen der Be-fragungsteilnehmer illustriert.   


Förderangebot  aufräumen  und  klar  kommunizieren 

Die  Förderlandschaft  in  Baden-Württemberg  gilt aus Sicht der Unternehmer als „zerfleddert“ und als ökonomisch wenig sinnvoll.  Auch  die  Anforderungen und Voraussetzungen, die an ein Startup gestellt  werden,  das  staatliche  Förderung  erhalten möchte, können zum Teil nicht erfüllt werden. Ein Großteil  der  befragten  Startup-Gründer  fordert deshalb  eine  Umgestaltung  des  Förderangebots für baden-württembergische Startups. Die Förderlandschaft sollte in erster Linie verschlankt und der gegenwärtige  „Förderdschungel“  vereinheitlicht werden. Insgesamt wird ein verständliches, transparentes und einfach zugängliches  Fördersystem mit zentraler Basis gefordert, welches weniger Barrieren und  mehr  Netzwerkmöglichkeiten  aufweist. Das heißt konkret: Weniger Förderprojekte,  weniger öffentliche Stellen, die  bei  der  Startup-Förderung „mitwursteln“, dafür  aber mehr private Gründungsförderung und Unterstützung, branchenspezifische  Förderfonds,  eine  systematische  Anschlussförderung  an  das  EXIST  Gründerstipendium sowie Förderprogramme für innovative Gründer,  die  nicht  aus den  Hochschulen  ausgründen oder  vorher  angestellt  waren.  Dabei  ist  auch  der grundsätzliche  Geist  der  Gründerförderung  entscheidend. Diese wird oft als risikoscheu und konservativ gesehen. 

„Baden-Württemberg fördert in keiner Weise innovativ und betreibt damit Evolution statt Revolution! Hier wird man erst unterstützt, wenn man schon auf eigenen Beinen stehen kann (= Umsatz und Kunden aufweisen kann und eigentlich schon Mittelständler ist), was völlig am Ziel vorbeigeht.“ 


Umfeld  gründerfreundlich  und  weltoffen gestalten 

Ein  Großteil  der  befragten  Gründer  wünscht  sich eine  Anpassung  der  (politischen und  rechtlichen) Rahmenbedingungen für Startups in Baden-Württemberg. Dazu gehört bspw. der Abbau bürokratischer Hürden. In dieser Hinsicht wird z.B. die Bereitstellung  eines  offiziellen  Leitfadens zur  Gründung und zu allen damit verbundenen Schritten gefordert. 

Auch die Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen auf  Bundesebene  wie  bspw. die  Modernisierung  des  Datenschutzgesetzes  sowie  die Durchsetzung  der  Netzneutralität  und  die  Abschaffung „schwachsinniger Regelungen“ halten  viele  Start-up-Gründer für notwendig. 

„Es muss (in Deutschland) einfacher werden, ein Unternehmen zu gründen. Das Risiko in Deutschland besteht nicht darin, dass die eigene Idee nicht zündet, sondern dass man im Formular zur Um-satzsteuervoranmeldung  den falschen Haken setzt.“  

Außerdem  beklagen  viele  Startup-Unternehmer den gegenwärtigen Fachkräftemangel und stellen diesbezüglich klare Forderungen an die Politik, die vor  allem  dafür sorgen  sollte,  dass ausländische Fachkräfte schneller und einfacher eingestellt werden können. Ebenfalls wird dafür plädiert, dass die Politik gemeinsam mit Hochschulen und Unternehmen  Konzepte  entwickelt,  um  besser  auf  wirtschaftliche  Änderungen,  wie bspw.  Industrie  4.0, vorbereitet zu sein, sodass in Zukunft mehr Fachkräfte aus dem Inland rekrutiert werden können. 


Finanzierung erleichtern 

Die Startups in Baden-Württemberg fordern einen einfacheren  Zugang  zu  Finanzierungsleistungen sowie eine Steigerung des Pflichtbewusstseins der Banken. Banken werden oftmals nicht als Partner, sondern als Gegner gesehen, was zu stellenweise drastischen Aussagen führt: 

„Man muss den Banken das Geld wegnehmen, damit es sinnvoll investiert werden kann.“ 

Hierbei geht es den befragten Gründern vor allem um einen einfacheren Zugang zu  Geldern für  die Seed-Finanzierung sowie um eine einfachere und schnellere  finanzielle  Unterstützung  im  Allgemeinen.  Auch die Banken sollen von der Landesregierung stärker in die Pflicht genommen werden. Die Finanzierung von Startups sollte z.B.  vermehrt direkt über die Landesbanken laufen und Kreditaufnahmen sollten  möglich sein, ohne dafür mit dem kompletten  Privatvermögen  bürgen  zu  müssen. Haftungsfreistellung  ist  demzufolge  eine  bedeutsame Stellschraube. 


Gründungsförderung einmal anders 

  • Startup-Unternehmern ein Grundeinkommen gewähren
  • Gehälter von Arbeitnehmern in Startups bezuschussen 
  • Innovationsförderung für Nichtakademiker öffnen / vereinfachen
  • Ein „Big Brother / Big Sister“-Programm für Startups einrichten 
  • Schüler und Schülerinnen ausnahmslos mit Gründergeist konfrontieren 
  • Fördersummen an Umsatz koppeln 
  • Crowdfunding-Plattform für Startups errichten, für die nur überprüfte mittelständische Unternehmen als Investoren zugelassen werden 
  • Forschungsförderungsprogramme analog dem US-amerikanischen SBIR initiieren, für die nur Startups und keine etablierten Spieler bieten dürfen  


Netzwerke forcieren 

Das Land Baden-Württemberg sollte die Netzwerk-bildung von Startups aktiv fördern und Maßnahmen ergreifen, die  zur  Steigerung  der Sichtbarkeit  der Startups beitragen. 

„Schafft ein Netzwerk, um die Gedanken der Mutigen auszutauschen!“ 

Hierzu gehören bspw. Networking Events und Startup-Messen,  die  den  Gedankenaustausch  zwischen  Gründern  ermöglichen und  auch  Startups und  Investoren  besser  zusammenbringen.  Ein Startup-Gipfel – wie im Jahr 2017 – wird folglich als sinnvolle  Maßnahme  eingeschätzt,  sollte  jedoch kein einmaliges Ereignis bleiben. Wichtig ist ebenfalls, dass die Teilnahme an solchen Veranstaltungen für Startups entweder gänzlich kostenlos oder zumindest  erschwinglich  ist,  da  diese  dadurch auch ihre Sichtbarkeit erhöhen können.  


Beratung diversifizieren 

Unter Beratungsleistungen und -angeboten verstehen  die  befragten  Startup-Unternehmer  die  verstärkte  Bereitstellung  von  (kostengünstigen  oder kostenfreien) branchenspezifischen Mentoren oder Beratern (mit entsprechender Vernetzung in die jeweiligen Branchen) à la „Big Brothers, Big Sisters“  sowie  zentrale  Anlaufstellen und  Kompetenzzentren für Startups. In einem Mentoren-Netzwerk sollten  sich  Vertreter  von  Stadt,  Land,  Hochschulen und  aus  der  Industrie  vereinen  und  Hilfestellung, bspw.  bei  der  Erstellung  eines  Business  Plans, leisten.  Auch  Weiterbildungsangebote  und Coachings für Startups sollten vermehrt angeboten werden. Wichtig ist es, viele unterschiedliche Kompetenzträger in Bewegung zu setzen, denn: 

„Keiner kann alles gut.“ 


Support im Tagesgeschäft bieten 

Startups  in  Baden-Württemberg  sollten  verstärkt Unterstützungsleistungen erhalten. Zu diesen zählen  die  befragten Startup-Unternehmer  bspw.  ein Grundeinkommen für  Startup-Unternehmer  unabhängig  vom  Geschäftskonzept.  Die  Bezuschussung von Gehältern würde es Startups und jungen Unternehmen  erleichtern,  Mitarbeiter  einzustellen und sich gegen gut bezahlende (etablierte) Unternehmen  zu  behaupten. So  können  sich  Startups auch im Kampf um Talente attraktiver darstellen: 

„Junge Fachkräfte / Talente zieht es in Metropolen wie London oder Berlin.“ 

Auch eine bessere Unterstützung besonders innovativer Startups sowie Hilfestellung bei der Bewältigung  bürokratischer  Anforderungen  (z.B.  beim Ausfüllen von Förderanträgen) oder bei der Umset-zung geplanter Marketingmaßnahmen sollte erfolgen. Hierbei bleiben die Befragten unkonkret, wie die  jeweiligen  Unterstützungsleistungen  genau aussehen könnten.  Steuern entlasten  Das  aktuelle  Steuersystem ist  nicht  auf  Startups ausgerichtet. Vor allem  am Anfang der Gründung sollte es laut den befragten Gründern Steuerentlastungen  für  Startup-Unternehmen  geben.  Außerdem sollte ihrer Meinung nach das Steuersystem insgesamt vereinfacht werden: 

„Entweder kann ich mir keine Mitarbeiter leisten wegen Mindestlohn, oder ich habe selbst kaum Lohn wegen hohen steuerlichen Zahlungen, und / oder ich kann nicht nachhaltig für Alter bzw. Rente ansparen.“ 


Infrastruktur attraktiver machen 

In Baden-Württemberg muss eine Infrastruktur für Startups geschaffen werden. Dazu zählt vor allem die Bereitstellung (kostenloser) Büroflächen, da im Moment noch eine zu große Abhängigkeit von „privaten Gönnern“ und Universitäten herrsche. Auch die  Verkehrsinfrastruktur  ist  mancherorts  (v.a.  in den Großstädten) prekär und muss verbessert werden: 

„Geförderte Immobilien sind, wenn vorhanden, ent-weder völlig belegt oder unattraktiv. Außerdem ist Stuttgart verkehrstechnisch eine absolute Katastrophe.“ 

Die  Verbesserung  der  Verkehrspolitik  kann  also auch als Gründungsförderung verstanden werden. 


Gründergeist entwickeln 

Der  Gründungsgedanke  sollte  durch  eine  soge-nannte „Entrepreneurship / Entrepreneurial Educa-tion“  möglichst  frühzeitig  vermittelt  und  gestärkt werden:  „Alle, die Politik, die Wissenschaft & Forschung und die Großkonzerne müssen Startups (als treibende Kraft) wirklich ernst nehmen.“  Es müssen Barrieren in den Köpfen abgebaut und eine Startup-Kultur gefördert werden. Nach Ansicht der befragten Startup-Unternehmer ist vielen Menschen gar nicht bewusst, was es heißt, ein Unternehmen zu gründen. Deshalb ist es umso wichti-ger,  den  Gründergedanken  als  Inhalt  des  Lehrstoffs bereits in der Schule zu vermitteln. Zu viele Schulen schaffen trotz weit verbreiteter Lippenbekenntnisse hinsichtlich einer  Erziehung zum selbständigen Denken (und damit auch zum anschließenden  selbständigen  Handeln)  immer  noch  nur Konformisten. Eine frühzeitige Gründerausbildung kann diesem Missstand entgegenwirken. 


Etablierte Unternehmen in die Pflicht nehmen 

Bei der Stärkung von Unternehmertum in etablierten  Unternehmen  geht  es  aus  Sicht der  Startup-Gründer vor allem  um  die Förderung der  Vernet-zung  zwischen  etablierten  Unternehmen  (Mittel-ständler oder Großunternehmen) und Startups:  

„Generell gilt es, die etablierte Industrie weiter aufzuscheuchen, aktiver mit neuen Unternehmen zusammenzuarbeiten.“ 

Die Verbindung von Startups zu etablierten Unternehmen / Partnern mit strategischem Interesse hat Synergiepotenzial und kann wesentlich zum Erfolg beider Unternehmenstypen beitragen. Solche Partnerschaften könnten beispielsweise durch entsprechende Fördermaßnahmen incentiviert werden


Fazit

Die Vielzahl der Vorschläge von Startup-Unternehmern zur Weiterentwicklung der Gründungsförderung macht deutlich, dass es noch viele Stellschrauben gibt, um mehr Unternehmertum zu forcieren. Nicht alle gemachten Vorschläge sind originell, legen damit aber dennoch den Finger in die Wunde. Wenn etliche Startup-Unternehmer, die naturgemäß ihr Umfeld gut kennen, bereits existierende Förderprogramme anmahnen, so signalisiert das Handlungsbedarf in  der  Kommunikation  dieser  Programme.  Gleichzeitig  lohnt  es  sich  aber  auch,  den Startup-Unternehmern zuzuhören und die Gründungsförderung einmal neu zu denken. Ein Grundeinkommen für Startup-Unternehmer kann  kreativen Freiraum schaffen, die  monetäre  Aufwertung von Arbeitsplätzen in Startups wird diese für Hochqualifizierte attraktiver machen und eine Koppelung von Förderung an Umsätze folgt dem „Proof of Concept“ und stellt eine wenig marktverzerrende, aber dennoch sinnvolle Unterstützungsmaßnahme dar. Gerade das Potenzial solcher kreativen Maßnahmen gilt es zukünftig zu heben. 


Kreative Gründungsförderung – wo Startups die Politik in der Pflicht sehen (PDF Download Available). Available from: https://www.researchgate.net/p...-_wo_Startups_die_Politik_in_der_Pflicht_sehen [accessed Sep 12, 2017].

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