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„Finanzierungsmonitor 2018“: Kreditgeber werden zum Flaschenhals der Digitalisierung

Der deutsche Mittelstand will die Herausforderungen der digitalen Transformation anpacken, das zeigen die Investitionspläne für 2018.

Frankfurt, 20. März 2018 – Der deutsche Mittelstand will die Herausforderungen der digitalen Transformation anpacken, das zeigen die Investitionspläne für 2018. 79 Prozent der Unternehmen planen maßgebliche Investitionen in Digitalprojekte, noch einmal 9 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die großen Bremser des technologischen Fortschritts könnten aber die Banken werden: Unternehmen haben es immer schwerer, Geld für ihre Pläne zu erhalten. Das ergab der bereits zum dritten Mal vom digitalen Mittelstandsfinanzierer creditshelf erhobene „Finanzierungsmonitor“. Für die Studie wurden zusammen mit der TU Darmstadt 200 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen befragt.

Schon 2017 beklagte mehr als die die Hälfte der Mittelständler den schwierigen Zugang zu Krediten und auch im aktuellen Jahr glauben die meisten nicht an eine Besserung. Sieben von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass die Kreditvergabe der Banken noch restriktiver wird. Doch aus eigener Kraft können viele Unternehmen die nötigen Investitionen in neue Technologien nicht stemmen. Mehr als ein Drittel benötigt eine externe Finanzierung für Digitalisierungsprojekte. Damit wird die Kreditbranche zu einer entscheidenden Stellschraube auf dem Weg in die digitale Zukunft der deutschen Wirtschaft. „Die abwehrende Haltung der Banken bei Technologieinvestitionen trifft mittelständische Unternehmen zu einem kritischen Zeitpunkt. Gerade jetzt finden die großen Umbrüche statt, es müssten die Weichen für Industrie 4.0 und verwandte Konzepte gestellt werden. Die aktuelle Kreditpolitik der Banken könnte also die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gefährden“, warnt Dr. Daniel Bartsch, Geschäftsführer von creditshelf.

Gerade für Mittelständler könnte der anhaltende Konjunkturboom damit zum Fluch werden. Die Auftragsbücher sind voll, bereits jetzt arbeiten viele Unternehmen an der Grenze ihrer Kreditrahmen, um Projekte und Aufträge vorzufinanzieren. Bei 87 Prozent der Betriebe liegen diese kurzfristigen Investitionen noch einmal deutlich über dem Vorjahresniveau. Trotz großem wirtschaftlichen Erfolg bleibt finanziell also wenig Luft, um Zukunftsprojekte anzustoßen. „Das ist ein Problem, dass für anhaltende Zeiten der Hochkonjunktur nicht unüblich ist“, weiß creditshelf-Geschäftsführer Bartsch. Zum Teil spielen dabei auch psychologische Gründe eine Rolle: Denn in Unternehmen, denen es anhaltend gut geht, sieht man oft keine Notwendigkeit, sich für die Zukunft neu zu aufzustellen.

„Wenn einem dann noch die Kreditgeber Steine in den Weg legen, verharren Unternehmen häufig endgültig im Bestehenden“, erklärt Prof. Dr. Dirk Schiereck, Leiter des Fachbereichs Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt. „Häufig gelingt es Unternehmen in folgenden schlechten Zeiten, sich wieder auf ihre Innovationsfähigkeit zu besinnen. Doch an der Schwelle zu einer neuen industriellen Revolution, die wir gerade erleben, besteht durchaus das Risiko, dass man den technologischen Anschluss an den weltweiten Wettbewerb dauerhaft verpasst.“

Über die Studie „Finanzierungsmonitor 2018“
Die Studie „Finanzierungsmonitor 2018“ beruht auf einer Befragung des digitalen Mittelstandsfinanzierers creditshelf (www.creditshelf.com) im Dezember 2017. Insgesamt nahmen 200 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen an der Befragung per Online-Erhebung durch ein Marktforschungsinstitut teil. Die Studie wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Dirk Schiereck, Leiter des Fachbereichs Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt.



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